1. 2007: „Heute erfindet Apple das Telefon neu“
Am 9. Januar 2007 hielt Steve Jobs auf der Bühne der Macworld Expo eine legendäre Präsentation, die in die Geschichte der Technologie eingehen sollte. Er sagte: „Heute stellen wir drei revolutionäre Produkte vor: einen iPod mit Touch-Bedienung, ein revolutionäres Mobiltelefon und ein bahnbrechendes Internet-Kommunikationsgerät“, und enthüllte, dass es sich dabei nicht um drei separate Geräte handelte, sondern um ein einziges Gerät: das „iPhone“.
Die damaligen Mobiltelefone (wie BlackBerry) waren zur Hälfte von kleinen physischen Tastaturen eingenommen. Das iPhone schaffte all diese Tastaturen ab und führte ein für die damalige Zeit verrücktes Design ein, bei dem fast die gesamte Vorderseite aus einem „Multi-Touch-fähigen Glasbildschirm“ bestand. Ein „Bildschirm, der sich durch Software frei verändern lässt“, war der wahre Beginn der mobilen Revolution.
2. Das erste iPhone und die Entstehung des „App Store“ (2007-2008)
Das erste iPhone wurde nur in den USA veröffentlicht, schockierte aber die ganze Welt. Das damalige iPhone verfügte jedoch nicht über die Funktionen, die heute selbstverständlich sind. Es unterstützte keine 3G-Kommunikation (nur 2G), hatte keine Copy-and-Paste-Funktion und vor allem war es „nicht möglich, Apps von Drittanbietern zu installieren“.
Die wahre Revolution fand im folgenden Jahr 2008 mit der Einführung des „App Store“ statt, der gleichzeitig mit dem „iPhone 3G“ angekündigt wurde. Diese Plattform, auf der Entwickler frei Apps erstellen und direkt an Nutzer weltweit verkaufen konnten, etablierte das Konzept: „Smartphone = ein Computer in der Handfläche, dem unendlich viele Funktionen hinzugefügt werden können“. Aus dem App Store sollten zahlreiche riesige Geschäfte wie Angry Birds und Instagram hervorgehen.
3. Der Schock von Retina-Display und Siri (2010-2011)
Das 2010 eingeführte „iPhone 4“ erneuerte das Design zu einer flachen Form aus Glas und Edelstahl und war mit einem hochauflösenden „Retina-Display“ ausgestattet, das die Grenzen der menschlichen Netzhaut (Retina) überschritt. Der Schock darüber, dass der Text auf dem Bildschirm so scharf wie bei gedruckten Materialien aussah, hob den Standard für zukünftige Smartphones an.
Im darauffolgenden Jahr 2011 wurde mit dem „iPhone 4S“ erstmals der Sprachassistent „Siri“ integriert. Es zeigte die Zukunft auf, in der man ein Smartphone „durch Sprechen bedienen“ konnte. Einen Tag nach dieser Ankündigung verstarb Steve Jobs. Das iPhone 4S wurde das letzte iPhone, dessen Veröffentlichung Jobs noch miterlebte.
4. Größere Bildschirme und die Evolution der biometrischen Authentifizierung (2012-2017)
Nach dem Tod von Jobs vergrößerte Apple unter der Führung von Tim Cook als Reaktion auf die Wünsche der Nutzer allmählich die Bildschirmgröße des iPhone.
- iPhone 5 (2012): Das Gerät wurde von 3,5 Zoll auf 4 Zoll vertikal verlängert und unterstützte die schnelle LTE-Kommunikation. Erstmals wurde der Lightning-Anschluss verwendet.
- iPhone 5s (2013): Das Fingerabdruck-Authentifizierungssystem „Touch ID“ wurde in die Home-Taste integriert. Es ersparte die Mühe der Passworteingabe und verbesserte die Sicherheit drastisch.
- iPhone 6 / 6 Plus (2014): Weitere Vergrößerung auf 4,7 Zoll und 5,5 Zoll. Um mit den großen Android-Smartphones zu konkurrieren, verzeichneten sie weltweit einen explosiven Hit.
5. Das Verschwinden der Home-Taste und der Schock des iPhone X (2017)
Im Jahr 2017, zum 10-jährigen Jubiläum des iPhone, stellte Apple das „iPhone X (Ten)“ vor, das die Form von Smartphones erneut neu definierte.
Schließlich wurde die ikonische Home-Taste abgeschafft und ein randloses Design („Bezel-less“) eingeführt, das die gesamte Vorderseite mit einem OLED-Display (Organic Light Emitting Diode) bedeckte. Anstelle von Touch ID wurde „Face ID“ integriert, das das Gesicht in 3D erkennt. Die neue Gestensteuerung – das Wischen von unten nach oben, um zum Startbildschirm zurückzukehren – wurde zum De-facto-Standard der Branche für alle nachfolgenden Smartphones.
6. Die Evolution der Kamera und das heutige iPhone (ab 2019)
Seit dem iPhone 11 Pro (2019) verlagerte sich das Hauptschlachtfeld der iPhone-Entwicklung hin zu „Kamera und Computational Photography“. Ausgestattet mit drei Linsen – Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Teleobjektiv – und unter Nutzung der überwältigenden KI-Verarbeitungsleistung des Apple Silicon (Chips der A-Serie) ist es nun möglich, in der Handfläche einen filmischen Ausdruck zu erzielen, der mit dem professioneller Videokameras mithalten kann. Dazu gehören der Nachtmodus für helle Aufnahmen selbst in der Dunkelheit und der Kinomodus für filmähnliche Unschärfe-Effekte (Bokeh).
7. Fazit
An jenem Tag im Jahr 2007 erschien das iPhone als ein seltsames Telefon ohne Tastatur, hat jedoch unsere Kommunikation, unsere Arbeit, unsere Unterhaltung und die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft funktioniert, grundlegend verändert.
Obwohl jedes Jahr gesagt wird, dass es „keinen Raum mehr für Weiterentwicklungen“ gibt, steht das iPhone durch die Erneuerung der Materialien, die Leistungssteigerung der Chips und die Integration von KI (Apple Intelligence) stets an der Spitze der Technologie. Wann werden sie das nächste Mal den Inhalt unserer Taschen neu erfinden?
